Studie IT-Organisation 2020:
Digitale Transformation!

Das IT-Organisationsmodell für die digitale Zukunft.

Geeignetes Organisationsmodell

Entscheidend für die Wahl des „richtigen“ Organisationsmodells sollte die Orientierung an den Zielen der Digitalisierung sein. Diese beeinflussen maßgeblich den Organisationsaufbau und das Zusammenarbeitsmodell der klassischen und agilen IT. Es gibt drei mögliche Grundmodelle, um die digitale Transformation zu meistern: disruptiv, hybrid oder integrativ.

Modell A - Disruptiv

Das disruptive Modell zeichnet sich durch zwei getrennte IT-Organisationen aus. Eine eigenständige, agile Organisation existiert parallel zum Kerngeschäft. Je nach Produktangebot und Zielgruppe besteht die Gefahr von Kannibalisierungseffekten auf das klassische Kerngeschäft. Der disruptive Organisationsansatz wird dann gewählt, wenn der Aufbau neuer Geschäftsmodelle und die schnelle Entwicklung digitaler Produkte zentrale Handlungsfelder der digitalen Transformation darstellen. In seiner extremen Ausprägung ist die Digitalorganisation völlig autonom vom bisherigen Kerngeschäft. Im Gegensatz zum integrativen Ansatz kann eine autonome digitale Organisation durch ein kleines, erfahrenes Kernteam schnell aufgebaut werden, ohne Rücksicht auf gewachsene Strukturen nehmen zu müssen.

Modell B - Hybrid

Vom Hybrid-Modell sprechen wir, wenn eine IT-Organisation mit intern getrennten Bereichen jeweils für agil und klassisch unter zentraler Steuerung existiert. Hierbei ist der Grad der Integration zwischen Kerngeschäfts- und Digitalorganisation festzulegen sowie fortlaufend an Veränderungen anzupassen und weiterzuentwickeln. Kritische Erfolgsfaktoren sind Governance-Strukturen, prozessuale und technische Schnittstellen sowie die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation. Dieser Organisationsansatz kann abhängig vom Grad der gegenseitigen Integration sowohl den Aufbau neuer Geschäftsmodelle, aber auch die Aufwertung bestehender Produkte durch digitale Services sehr gut unterstützen. Eine weitere positive Auswirkung ist der Veränderungsdruck, der durch einen agilen Teilbereich auf die etablierte Organisation wirkt. Oftmals werden ineffiziente Prozesse radikal infrage gestellt und pragmatisch optimiert – mit messbarem Effizienzgewinn.

Dabei besteht aber auch die Gefahr, dass Silos zwischen der „neuen“ und der „alten“ Welt entstehen.

Modell C - Integrativ

Ein weit verbreiteter Weg ist der Versuch einer maximalen Integration der Digitalisierungskonzepte in das vorhandene Kerngeschäft. Ziel dieser Strategie ist es, Prozesse, Systeme und die gesamte Organisation zu erfassen und ganzheitlich zu transformieren. Die Implementierung der Strategie verändert neben der Digitalisierung von betrieblichen Abläufen insbesondere die Arbeitsweisen und Kultur der Mitarbeiter.

Sie ist oft geprägt durch cross-funktionale und transparente Zusammenarbeit, iterative Fortschritte anstatt großer Big-Bang-Veränderungen, agile Methoden und flexible Planung anstelle von Top-down-Vorgaben. Diese ganzheitliche Transformation wird meist von Unternehmen verfolgt, die eine Ergänzung ihrer bestehenden Produkte um digitale Services, die Digitalisierung ihrer Verwaltungs- und Backoffice-Prozesse oder die Flexibilisierung und Beschleunigung ihrer IT anstreben. Die Anforderungen an das Know-how der Mitarbeiter und die Kulturveränderung sind hierbei enorm, denn nicht immer sind etablierte Organisationen offen für digitale Neuerungen und agile Methoden zur Zusammenarbeit. Die Umsetzung erfordert Ausdauer und starkes Engagement der Führungskräfte, um ihre Mitarbeiter in das digitale Zeitalter zu leiten.

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Thomas Heinevetter
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